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altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Prof. Dr. Stephan Müller, Lina Keppler
Institut: Univ. Paderborn
eMail: LinaKeppler@yahoo.de
Thema: Handbuch der deutschen Texte und Glossen in Geheimschrift
Status: Projekt
Abschluß: k.A.
Info:

Das Projekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziert und von Prof. Dr. Stephan Müller geleitet wird, rückt die deutschsprachigen Glossen und Texte in Geheimschrift des 8. bis 15. Jahrhunderts ins Zentrum des Interesses und möchte auf diese Weise neue Zugänge zu der uns fremd gewordenen Schriftkultur des Mittelalters eröffnen.

Eine umfassende Darstellung der Geheimschriften des Mittelalters gibt es nicht. Die Geschichte der Kryptographie tat die Zeugnisse dieser Epoche als technisch anspruchslos und unspektakulär ab. Man bedachte jedoch nicht, dass Schrift im Mittelalter als exklusive, nur intimen Kreisen zugängliche Kulturtechnik andere Anforderungen an Verschlüsselungen stellte als in der Neuzeit. Man übersah, dass Schrift im Mittelalter nicht nur der Informationsvermittlung, sondern auch magischen, mystischen und repräsentativen Funktionen diente und dass geheimschriftliche Texte dieser Zeit oft in solchen Kontexten stehen. Solche Aspekte will das germanistische Projekt ins Zentrum des Interesses rücken und so neue Zugänge zu der uns fremd gewordenen Schriftkultur des Mittelalters eröffnen. Die systematische philologische Erfassung eines repräsentativen Corpus deutscher Texte und Glossen in Geheimschrift wird das Kernstück eines Handbuchs bilden, das Auskunft über Verschlüsselungstechniken gibt und ein Panorama ihrer Verbreitung, Inhalte und Funktionen entwirft. Karten, Register und ein analytischer Einleitungsteil sollen das Handbuch zu einem Standartwerk der volkssprachigen Kryptographie des Mittelalters abrunden.

Für die Glossenüberlieferung geht es neben der Edition und der Analyse der Einzelbelege um den Nachweis von Filiationen und um die Frage, welche spezifischen Autoren, Werke und Inhalte, welche Segmente des Wortschatzes mit geheimschriftlichen Glossen versehen wurden. Das Projekt verfolgt vier aufeinander aufbauende Ziele: Erstens die systematische Sammlung geheimschriftlicher Glossen und Texte, zweitens ihre Erschließung in Form kommentierter Editionen (mit Übersetzung und Abbildung), die in Form eines Katalogs zusammengestellt werden. Dieser soll es in einem Auswertungsteil drittens erlauben, Profile einzelner Schreibzentren und Praxisbereiche sowie die Einflüsse zwischen ihnen erkennbar zu machen. Auf dieser Grundlage soll viertens eine medienanthropologische und medienhistorische Auswertung des Materials vorgenommen werden, die auch nach Funktion und Bedeutung sowie nach deren Veränderung fragt und neben einem historischen Abriss dem Katalogteil als Einleitung voranstehen soll. Mit der Zusammenstellung dieser Editionen und Untersuchungen sowie der systematischen Darstellung und Abbildung der kryptographischen Techniken. durch ausführliche Register zu Wortmaterial, Werken, Entstehungsorten und -zeiten etc. soll als Endprodukt ein Handbuch entstehen, das Ausgangspunkt für die weitere Erforschung der Geheimschriften des Mittelalters sein könnte.

Die Arbeitsgruppe setzt sich zusammen aus: Prof. Dr. Stephan Müller (in leitender Funktion), Dr. Norbert Kössinger, Dr. Elke Krotz, Carmen Stange und Lina Keppler. Wir freuen uns über jede Art von Hinweisen auf bisher unbeachtet gebliebene deutsche Texte oder Glossen in Geheimschrift. (LinaKeppler[a]yahoo.de)

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