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altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Dr. Norbert Kössinger
Institut: Univ. Wien
eMail: norbertkoessinger@gmx.de
Thema: SchriftRollen. Untersuchungen zum mittelalterlichen Rotulus
Status: Habil
Abschluß: abgeschlossen
Info:

Mittelalterliche Schriftlichkeit stützt sich medientechnisch fast ausschließlich auf das Buch als Überlieferungsträger. Neben der codexförmigen Fixierung von Schrift gibt es bekanntlich alternative Medien der Schrifttradierung, von Konzepten auf Wachstafeln bis hin zu Inschriften auf Steinen. Das hier vorzustellende Forschungsprojekt konzentriert sich auf den rotulus, also die aus einem oder mehreren aneinander genähten Pergament- oder Papierstreifen bestehende Schriftrolle. Es zielt im Ganzen auf eine umfassende Beschreibung und ein Erklärungsmodell für dieses Medium, schwerpunktmäßig im deutschsprachigen Mittelalter. Das Projekt unternimmt damit den Versuch einer Antwort auf die methodisch perspektivenreiche Frage nach dem spezifischen medienhistorischen und kultursemantischen Ort der rotuli im Spannungsfeld mittelalterlicher Schriftlichkulturen. Ausgangspunkt ist einer katalogartige Zusammenstellung aller überlieferten Schriftrollen mit deutschsprachigen Glossen und Texten vom 10. bis zum 16. Jahrhundert (nach derzeitigem Stand: ca. 45). Eine derartige, auf heuristisch verlässlicher Grundlage angelegte Zusammenstellung existiert bislang nicht einmal in Ansätzen. Zu den prominentesten Untersuchungsgegenständen gehören – neben anderem – das Osterspiel von Muri (KBL, Ms. Mur F 31a), die Frankfurter Dirigierrolle (SUB, Ms. Barth. 178) sowie die Sangspruchrollen in Los Angeles (Univ. of California, Research Libr., Ms. 170/575) und Basel (UB, Cod. N I 6 Nr. 50). Einige Leitfragen des Projektes seien hier nur angedeutet: Welchen Status haben die mittelalterlichen Rollen im Vergleich zu (in einigen Fällen parallelen) kodikalen Überlieferungsformen? Welchen Ort könnten rotuli pragmatisch im Spannungsfeld von „Aufführung und Schrift“ besetzt haben? In welchem spezifischen Verhältnis stehen die textuellen Entwürfe auf Rollen zum Medium? Ein weiterer eigenständiger Arbeitsbereich des Projektes werden Schriftrollen als exegetisches, literarisches und ikonographisches Motiv sein.

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