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altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Nils Borgmann
Institut: Univ. Heidelberg
eMail: nils.borgmann@gs.uni-heidelberg.de
Thema: Die germanisch-romanischen Literaturbeziehungen auf dem Gebiet der Heldenepik im Hinblick auf Entstehung und Verbreitung der Chanson de Geste im Frühmittelalter
Status: Diss
Abschluß: abgeschlossen
URL http://www.gs.uni-heidelberg.de/personen/borgmann/
Info:

Matière de France oder Matière des Francs?

Im Rahmen dieses Dissertationsvorhabens sollen durch Analyse von Entstehung und Entwicklung der altfranzösischen Chanson de Geste Modelle zur Beschreibung der germanisch-romanischen Literaturbeziehungen auf dem Gebiet der Heldenepik entwickelt und motiviert werden, die die frühmittelalterliche Aus- und Umprägung von Heldenepik vor dem Hintergrund zu erwartender sprachlicher und literarischer romanisch-germanischer Interferenzen vor allem im kulturellen Kontinuum des Karolingerreiches beschreiben und dabei der anzunehmenden Bedeutung medialer und konzeptioneller Mündlichkeit in einer semi-oralen Kultur gerecht werden können.

Als Einleitung wird ein kritischer Forschungsbericht dienen, der den Erklärungswert bisheriger Konzepte und Einzelbeobachtungen zu den französisch-deutschen Literaturbeziehungen im Mittelalter auf dem Gebiet der Heldenepik überprüft und aus deren Mängeln bzw. deren Fehlen die eigene Arbeit als Forschungsbeitrag motiviert. Im Hauptteil der Dissertation wird daraufhin nach realhistorischen Grundlagen, aber vor allem nach heldenepischen Namen, Motiven, Fabeln und Stoffen zu fahnden sein, die germanischen Einfluss auf die altfranzösischen Chansons de Geste oder umgekehrt eine christlich-fränkische Durchdringung der germanischen Heldensagen und -dichtungen belegen, um auf diese Weise den literatur- und gattungsgeschichtlich interessierenden Austausch auf dem Boden des Merowinger- und Karolingerreiches beweisen und näher bestimmen zu können. Die Vorstellung einer mündlichen Vermittlung dieser Inhalte über die germanisch-romanische und später dann deutsch-französische Sprachgrenze hinweg wäre sodann in allen denkbaren Varianten zu konkretisieren, zu datieren und zu diskutieren: Herrschte Zweisprachigkeit auf beiden Seiten? Auf der romanischen? Auf der germanischen? Herrschte Zweisprachigkeit bei den Autoren, bei den Sängern oder beim Publikum? Oder etwa ganz selbstverständlich bei allen Beteiligten? An welchen Orten? Zu welcher Zeit?

In einer abschließenden Betrachtung müsste mithin erprobt werden, welche Modelle romanisch-germanischer bzw. germanisch-romanischer Literaturbeziehungen auf dem Gebiet der Heldenepik des Frühmittelalters nun das Vorkommen und die Verbreitung der gemeinsamen Motive, Stoffe und Denkschemata in den zumeist hoch- und spätmittelalter-lichen Zeugnissen erklären und inwieweit sich hier überhaupt angesichts der spärlichen, verstreuten und disparaten Beweismittel theoretische Geschlossenheit erreichen lässt.

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