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altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Prof. Dr. Sabine Seelbach
Institut: Univ. Münster
Thema: Labiler Wegweiser. Zum Kontingenzproblem in der erzählenden Literatur des Hochmittelalters
Status: Projekt
Abschluß: abgeschlossen
Info:

Die Absolutheit, mit welcher in den Neuphilologien, der Philosophie und Soziologie die Frage nach dem Verhältnis von Providenz und Kontingenz zur historisch zäsurbildenden Problematik der beginnenden Moderne erklärt wurde, verstellt bis heute den Blick auf die Geschichte des Problems. Ungeachtet der nicht eben wenigen profunden Studien der Geschichtswissenschaft, Mittelalter-Philosophie und (namentlich romanistischer) Philologie zu früheren historischen Erfahrungen, die die Entwicklung eines Bewußtseins von menschlichem Gestaltungsspielraum innerhalb eines offenen Zeithorizonts begünstigten, bleibt die "Vormoderne" im allgemeinen Bewußtsein ein providentieller Monolith. In der Tat gehen Überlegungen zur Veränderbarkeit der Geschichte durch menschliches Handeln bis auf Solon (640-560 v. Chr.) zurück. Sie finden ihre vielleicht prominenteste Fortsetzung in der Diskussion menschlichen Handlungswissens bei Aristoteles (NE), konsequenter noch in der römischen Moralphilosophie stoischer Tradition (Seneca d.J.). Sie führen im 12./13. Jahrhundert nicht nur in den Bereichen der Wissenschaft, sondern gerade auch in der weltlichen Literatur zu einer ausgesprochen vielstimmigen Debatte. Der Dichtung wie der Philosophie bzw. den Wissenschaften ist dabei eine gleichwertige Totalisierungskompetenz zu bescheinigen, jedoch unterscheiden sie sich klar in den heuristischen Verfahren (Blumenberg, Jauss, Marquard, Ricoeur). Dennoch werden für diese Zeit bislang allein die Ausschließungsmodelle der Philosophie herangezogen. Ziel des Forschungsprojekts ist es, der komplexen Arbeit an der Kontingenzsemantik, die im Schnittpunkt verschiedener Bereiche der Ideen-, Kultur- und Religionsgeschichte steht, für die erzählende Literatur des Hochmittelalters genauer nachzugehen.

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