Eine Tastatur halt ;-)
    Startseite
    Mediävistische Forschung
    Startseite Datenbank

Zurück zur Startseite Impressum eMail an die Redaktion Neue Angebote auf Mediaevum Überblick über das gesamte Portal Suche auf Mediaevum.de Hilfe

Datenbank
altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Dr. Walter Kofler
Institut: Vorchdorf (OÖ)
Thema: Die Heldenbuch-Inkunabeln
Status: Projekt
Abschluß: abgeschlossen
URL http://www.geocities.com/walter.kofler/
Info:

Als "ein Monument der Frühdruckgeschichte" stellt Joachim Heinzle die erste Druckausgabe des Straßburger Heldenbuchs [Straßburg: Johann Prüss, 1479] im Vorwort des ersten Bands seiner Faksimileausgabe vor. Und ein Verkaufskatalog von 1857 resümiert: "Anerkannt der seltenste und merkwürdigste aller Deutschen Drucke". Beide Aussagen scheinen angesichts der Seltenheit des Buchs und der umfangreichen Illustrationen, die "zu den wichtigsten und bedeutendsten Inkunabel-Holzschnitten ihrer Zeit" gehören (Norbert H. Ott), nicht übertrieben. Und Preisauszeichnungen von £ 70.000-100.000 (Christie's, 1991) bzw. $ 980.000 (H.P. Kraus, 1993) für ein gut erhaltenes Exemplar und 500 Euro für ein Einzelblatt (Hartung & Hartung, 2002) unterstreichen die Bedeutung dieser Inkunabel.

Durch Heinzles Faksimileausgabe ist das Werk vorbildlich erschlossen. Anders als bei modernen Büchern dokumentiert die Reproduktion eines einzelnen Exemplars aber nicht das ganze 'Leben' einer alten Druckausgabe. Das Faksimile (nach dem Darmstädter Exemplar) zeigt gleichsam den 'Rohzustand' des Druckwerks - so wie es die Offizin verließ. Jedes Druckexemplar weist aber ganz individuelle Eigenheiten auf, die es erst nach dem Verkauf erhielt: Der Käufer bestellte im Minimalfall einen festen Einband und gab im Maximalfall auch die Ausführung der Zierbuchstaben und Markierungen sowie die Kolorierung der Holzschnitte in Auftrag.

Gerade im Erstdruck des Straßburger Heldenbuchs variiert die Ausstattung der einzelnen Exemplare sehr stark. Die Buntheit und der Variantenreichtum in der Ausgestaltung soll dem Leser durch annähernd 350 Abbildungen aus allen erhaltenen Exemplaren der Ausgabe von 1479 vermittelt werden - nicht zuletzt durch das vollständig kolorierte Bildprogramm im Exemplar zu Colmar und eine große Zahl von erstmals hier vorgestellten Einzelblättern. Zudem gibt es fundierte Basisinformationen zu allen erhaltenen Exemplaren und Fragmenten.

Der Prüss-Druck von 1479 basiert primär auf derselben Vorlage wie die Handschrift des Straßburger Heldenbuchs (*Straßburg, Seminarbibliothek. Heldenbuch - ca. 1476-1479, Hs. s), hat aber noch weitere Vorlagen in den Text eingearbeitet. Der Druck wurde Ausgangspunkt für eine Vielzahl von Nachfolgeprodukten: Neben fünf weiteren Heldenbuch-Ausgaben zählen dazu sechs Textzeugen von 'Laurin' sowie Dramatisierungen von 'Rosengarten' (1511/1533 und 1557) und 'Ortnit'/'Wolfdietrich' (1618). Jene Textzeugen, die direkt auf dem Erstdruck des Straßburger Heldenbuchs basieren - die 'Laurin'-Handschrift L9 (Wien, Österreichische Nationalbibliothek. Cod. 2959 - ca. 1480), der zweite Druck des Heldenbuchs (Augsburg: Johann Schönsperger, 1491) und der älteste Separatdruck von 'Laurin' (Straßburg: Matthias Hupfuff, 1500) - werden mit der Heldenbuch-Erstausgabe verglichen. - Als Editionsform ist eine CD-ROM im Rahmen der Reihe 'Litterae' (Kümmerle Verlag, Göppingen) vorgesehen.

Publikation: Erschienen unter dem Titel: Walter Kofler (Hg.): Die Heldenbuch-Inkunabel von 1479. Alle Exemplare und Fragmente in 350 Abbildungen. CD-ROM. Kümmerle-Verlag, Göppingen 2003. (Litterae. Göppinger Beiträge zur Textgeschichte, Nr. 121) - ISBN 3-87452-952-5
Bearbeiten      

  Copyright bei Mediaevum.de 1999–2018 Gästebuch Seite empfehlen