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altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Sabine Mehlhaff
Institut: Univ. Erlangen
eMail: sabine.mehlhaff@ger.phil.uni-erlangen.de
Thema: Identität und narrative Kohärenz. Die Funktion kriegerischer Attribute in den Epen Wolframs von Eschenbach
Status: Diss
Abschluß: 2012
Info:

Das Ziel meines Dissertationsprojektes ist die Analyse spezieller Figuren und Handlungskonstellationen mit Hilfe von kriegerischen Symbolen wie Waffen, Rüstungsgegenständen und Bannern hinsichtlich ihrer ‚Kohärenz’ und ihrer spezifischen ‚Identität’. Dabei wird keineswegs die Formulierung allgemeingültiger Aussagen über den Identitätsbegriff der höfischen Gesellschaft angestrebt, weder aus real-historischer Perspektive noch unter fiktiv-literarischen Gesichtspunkten. Vielmehr liegt mein Hauptaugenmerk auf der Singularität und Unverwechselbar¬keit einzelner Figuren, die durch den narrativen Einsatz ganz unterschiedlich funktionalisierter kriegerischer Attribute konstruiert wird. Den Ausgangspunkt meiner Untersuchung bilden dabei Schlüsselfiguren aus dem „Parzival“ und dem „Willehalm“, den beiden epischen Hauptwerken Wolframs von Eschenbach. Sowohl altfranzösische Prätexte wie Chrétiens „Perceval“ als auch parallele Texte der höfischen Epik wie Heinrichs von Veldeke „Eneasroman“ oder Gottfrieds von Straßburg „Tristan“ werden vergleichend herangezogen.
Zwei Fragestellungen stehen im Vordergrund: Erstens gilt es systematisch das Spektrum zu erschließen, in dem Waffen und Rüstungen zur Stiftung narrativer Kohärenz verwendet werden können. Das Verhältnis zwischen Kampftauglichkeit und repräsentativer Schönheit der kriegerischen Ausstattung, die An- oder Abwesenheit bestimmter Dingsymbole in speziellen Situationen und besonders die Übereinstimmung oder auch Nichtübereinstim¬mung zwischen Zeichen und Träger sind zentrale narrative Mittel, die komplexe Zusammenhänge sowohl auf der Figuren- als auch auf der Handlungsebene begreifbar machen können.
Zweitens soll erforscht werden, inwieweit man hinsichtlich kriegerischer Attribute von ei¬nem wolframspezifischen Zeichenkodex sprechen kann. Rennewarts Waffenwechsel, Gyburcs vestimentärer Geschlechtswechsel sowie die zugleich identitätsstiftende und -verfälschende Wirkung von Willehalms „fremder“ Rüstung sind Beispiele für das kunstvolle Spiel des Eschenbachers mit kriegerischen Attributen, die zur Charakterisierung vielschichtiger Figuren eingesetzt werden. Inwieweit kampftechnische Dingsymbole dem unsichtbarem Personenkern des mit ihnen in Zusammenhang stehenden Kriegers eine sinnlich-begreifbare, unverwechselbare Form (‚Idenität’) verleihen können, werde ich in der geplanten Untersuchung mit Hilfe von vergleichenden Analysen von Wolframs Werken und zentralen Texten der höfischen Literatur demonstrieren.

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