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altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Simone Finkele
Institut: Univ. Karlsruhe
eMail: SFinkele@web.de
Thema: Automation in mittelalterlichen Texten
Status: Habil
Abschluß: 2013
Info:

Eine Vielzahl epischer deutschsprachiger Texte des ausgehenden 12. und des 13. Jahrhunderts weist Darstellungen automatisch funktionierender Objekte auf. Das Forschungsvorhaben, das diese zum Gegenstand hat, fokussiert zwei bislang m.E. nicht konsequent verfolgte und überdies nicht auf diese Weise verknüpfte Fragestellungen.
(1) Eine neuerliche vergleichende Systematisierung der automatischen Motive arbeitet die nicht nur in der Literaturwissenschaft, sondern auch in der Betrachtung der Geschichte des eigenen Faches z.B. durch Kybernetik oder Informatik häufige Vermengung ‚real’ existierender Automaten, dokumentiert beispielsweise durch das Fachgebiet der Technikhistorie, und Motivreihen in Texten und Bildern auf und sucht nach den disparaten Quellen der Objekte unterschiedlicher Provenienz. Auf der Basis dieser Referenzrelationen wird der Nachweis erbracht, dass die narrativierten Automatenmotive zu konstitutiven Faktoren der Inszenierungsstrategien einer Vielzahl von Texten werden und dadurch strukturelle Bedeutung erlangen.
(2) Die Automaten werden dem Bereich des ‚Wunderbaren’, somit der Magie – ihrem bisherigen Ort in der Forschung – enthoben und eben in die Narrativik integrierte Elemente eines technologischen Diskurses im hohen Mittelalter neu bewertet. Da eine Vielzahl der textuellen Automaten aus programmierten Einheiten und artifiziellen Systemen komponiert sind, die menschliche Denk- und Handlungsfähigkeiten ersetzen, wird angenommen, dass die Automatenmotive der Konzeption künstlicher Intelligenz entsprechen. Dies führt zu einer bewusstseins- und mentalitätshistorischen und kulturanthropologischen Betrachtungsweise, die neben dem textuellen Motiv und seiner jeweiligen Überlieferung innerhalb von Reihen auch das metaliterarische Subjekt und dessen kognitive und imaginative Fähigkeiten in den Blick nimmt. Der technologische Diskurs im MA findet in der Diskussion um Wissensordnungen in monastischer Tradition, um epistemologische Systematisierungen insbesondere hinsichtlich der artes mechanicae statt und steht im Spannungsfeld um die Integration von Wissen aus fremden Kulturräumen einerseits und handwerklich-technischen Errungenschaften andererseits.

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