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altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Verena Linder-Spohn
Institut: Univ. Freiburg i. Br.
eMail: verena.linder-spohn@gmx.de
Thema: Vom Du erzählen. Die Du-Anrede als narrative Strategie in volkssprachlichen religiösen Texten des Spätmittelalters
Status: Diss
Abschluß: Oktober 2018
URL http://www.grk-erzaehlen.uni-freiburg.de/personen/verena-linder-spohn/
Info:

Vom Du-Erzählen. Die Du-Anrede als narrative Strategie in volkssprachlichen religiösen Texten des späten Mittelalters
(betreut von Prof. Dr. Henrike Manuwald und Prof. Dr. Monika Fludernik)

Das Projekt untersucht die Erzählhaltung der narrativ gebrauchten Du-Anrede, die sich insbesondere in religiösen Texten des späten Mittelalters nachweisen lässt (bibelepische Erzählungen wie Christi Hort Gundackers von Judenburg oder Von Gottes zukunft Heinrichs von Neustadt, Andachtsbücher wie Bertholds Zeitglöcklein und in Gebetbüchern und religiösen Sammelhandschriften überlieferte Gebetstexte).
Ausgehend von Beschreibungskategorien, die anhand moderner Texte entwickelt wurden, soll in einem ersten Teil ein Instrumentarium entwickelt werden, mit dem der Modus der spätmittelalterlichen Du-Erzählung erfasst werden kann. Die schwer fassbare Erzählhaltung erweist sich dabei als Erkenntnisfeld für eine historisch arbeitende Narratologie und verspricht Einblicke in die Funktionsweisen mittelalterlichen religiösen Erzählens, das zur Überschreitung von Gattungsgrenzen und zur Hybridisierung von Sprechhaltungen tendiert, sich in einem besonderen Spannungsfeld von Fiktionalität und Faktualität bewegt und eine vielschichtige Kommunikationssituation kreiert.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt jedoch darin, die Befunde der narratologischen Analyse für eine Untersuchung der Funktionen fruchtbar zu machen. Basierend auf der Annahme, dass die Du-Erzählform und die jeweiligen Inhalte der Texte in einem reziproken Verhältnis stehen, soll das ihr innewohnende performatives, immersives und identitätsstiftendes Potenzial sowie ihre Funktionalisierung in einem volkssprachlich-laikalen Kontext ebenso beleuchtet werden wie ihre Einsatzmöglichkeiten, die nicht selten auch von einem Miteinander von Text und Bild bestimmt sind.
Damit trägt die Arbeit nicht nur dazu bei, einen spezifisch mittelalterlichen Erzählbegriff zu schärfen, sondern verspricht außerdem Einblicke in den Kontext der spätmittelalterlichen Laienfrömmigkeit.

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