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Mittelalterliche Texte sind
nicht selten derart mehrsprachig, dass ausgangssprachliche, vor allem lateinische Texte
zusammen mit deutschen Glossen und/oder Übersetzungen überliefert sind (kontrastive
Mehrsprachigkeit), oder dass ein in sich geschlossener Text aus zwei oder mehr Sprachen
zusammengesetzt ist (additive Mehrsprachigkeit). Im Projekt soll Mehrsprachigkeit in Texten,
an der das Deutsche Anteil hat, mit übersetzungstheoretischen und pragmatischen linguistischen
Ansätzen erforscht werden, um eine Typologie von Formen und Funktionen der Mehrsprachigkeit
in Texten zu erstellen. Fallstudien sind vor allem zu Texten aus unterschiedlichen Gattungen
und mit unterschiedlichen Funktionen geplant, um ein repräsentatives Ergebnis zu
erreichen, das durch Kurzanalysen weiterer ausgewählter Texte validiert und erweitert
werden wird. Die Fallstudien gelten folgenden ausgewählten Textgruppen, an denen
wesentliche mehrsprachige Realisationen der sprachlichen Handlungen festgemacht werden
können:
I. Didaxe: Lehrdichtung
II. geistliche Texte: Dichtung, Exegese, Drama
III. nichtgeistliche Lyrik
IV. politische und fiktionale Epik
V. schriftliche und semiorale Kommunikation. |