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Das Jüngste Gericht ist in der deutschsprachigen Literatur und Predigt ungebrochen
in allen Jahrhunderten des Mittelalters ein beliebtes Thema. Im Laufe der Zeit
verändern sich die Darstellungen allerdings erheblich. Wann die einschlägigen
Neuerungen ein-setzen und ob sie den Gedanken an Gnade oder an Gerechtigkeit forcieren,
läßt sich maßgeblich am Wandel des Christusbildes, an der Gestaltwerdung des Teufels
und an imponierenden Auftritten von Maria ablesen. Sämtliche Verschiebungen sind
der Eschatologisierung zentraler Anliegen der christlichen Spiritualität verpflichtet
und spiegeln die allgemein herrschende Mentalität wider.
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