Einfacher TrueType-Font für die gebräuchlichsten mediävistischen
Sonderzeichen. Der Zeichensatz (V. 2.3) kann in Textverarbeitungsprogrammen unter
Windows und Macintosh verwendet werden (Word, Wordperfect usw.). Für den
nichtkommerziellen Gebrauch sind Download und Verwendung kostenlos.
Die 2001 gegründete "Medieval Unicode Font Initiative"
(MUFI) propagiert und bündelt Ansätze zu "a common solution to
a problem felt by many medieval scholars: the encoding of special characters in
Medieval texts written in the Latin alphabet." Damit zukünftig die untereinander
inkompatiblen Einzellösungen für Sonderzeichen überflüssig
werden, soll eine "offizielle" Erweiterung des Unicode-Standards erreicht
werden. Ein wichtiges Projekt, das bereits erste mediävistische
Sonderzeichenfonts verlinkt hat (s.u. "Cardo", "Junicode", "Andron", "Palemonas", "LeedsUni").
Mittlerweile ist die dritte MUFI-Richtlinie erschienen. Um eine schnelle Orientierung zu gewährleisten, wird der jeweilige Entwicklungsstand (MUFI 1.0, 2.0 oder 3.0) der Zeichensätze in den Überschriften der unten aufgeführten Linkkommentare angegeben.
Der typographisch sehr sorgfältig gestaltete Font "Cardo"
von David Perry ist ein unter Windows (und mit Einschränkungen auch unter
Mac OS und Linux) nutzbarer Unicode-Font, der für die Bedürfnisse von Bibelwissenschaftlern,
Mediävisten und Linguisten erstellt wurde. Der kostenlose Download
bedarf keiner Registrierung, ein PDF-Handbuch liegt bei, und das Beste: "This
font is free for personal, non-commercial, or non-profit use."
Der Font "Junicode" von Peter Baker (Univ. of Virginia)
enthält neben einem Standard-Alphabet außerordentlich viele Sonderzeichen
und wendet sich explizit an "students and scholars of medieval English literature
and history". Die Fontdatei (TrueType für Windows und Mac) kann kostenlos
geladen und eingesetzt werden, eine Registrierung ist nicht notwendig.
Der Zeichensatz "Andron" ist mit mehr als 13.500 Zeichen eine der umfassendsten Unicodeschriften. Er ist unter Windows, Linux und MAC OS nutzbar. "Die Andron ist von Anbeginn als eine moderne Fassung des Typs 'Venezianische Renaissance-Antiqua' gedacht gewesen, die hohen ästhetischen Anspruch und bestmögliche Leserlichkeit mit einem besonders breit gefächerten Zeichenrepertoire verbindet."
Die hier verlinkte kostenfreie Version enthält über 1500 Zeichen, darunter mehrere mediävistische Sonderzeichen, die man in anderen Fonts vergeblich sucht. Erlaubt sind die persönliche Nutzung und die Verwendung in Lehrmaterialien und akademischen, nichtkommerziellen Publikationen (einschl. Doktorarbeiten und Habilitationsschriften). Eine Registrierung ist nicht notwendig.
"Palemonas" wurde für "scholarly editing purposes for medieval philological studies" entwickelt. Die Verwendung des Zeichensatzes ist kostenlos, eine Registrierung nicht erforderlich. "Palemonas" kann unter Windows, Linux und MAC OS verwendet werden.
Der Zeichensatz "LeedsUni" enthält 2975 Zeichen, darunter eine ganze Reihe seltener Abbreviaturen und Ligaturen. Die nichtkommerzielle Verwendung ist kostenlos, eine Registrierung nicht notwendig; vor einer Verwendung in Publikationen ist jedoch die Erlaubnis Alec McAllisters einzuholen. Der TrueType-Font funktioniert unter Windows, Linux und MAC OS.
Natürlich findet man in den bestehenden Fonts nie alle Sonderzeichen,
die man gerade benötigt. Will man selbst sich die benötigten Zeichen
zusammenstellen, helfen etwa das Profiprogramm "Macromedia
Fontographer" oder das günstige Sharewareprogramm "Font
Creator" (PC, Vollversion 79$). Bezugsquellen zu weiteren Fontprogrammen
für Mac und Windows finden Sie bei DTPSoft. Software zur Verwaltung, Konvertierung usw. von Mac- bzw. Windowsfonts hat das
ZDNet-Archive
zusammengestellt.
Alan Wood überblickt auf seiner Unicode-Seite die Möglichkeiten,
wie man Sonderzeichen auch in Internetseiten darstellen kann. Er bietet zudem
eine Liste von Unicode-Fonts für Windows und Mac (oft samt Downloadmöglichkeit)
und erläutert die Einbindung in HTML-Seiten.
Die von Dr. J. Wettlaufer (Univ. Kiel) betreute Homepage der NHFI bietet
eine Liste mit Adressen von Wissenschaftlern, die im Bereich der Historischen
Fachinformatik arbeiten, sich also mit der technischen Umsetzung von Digitalisierungsprojekten,
eText-Datenbanken usw. beschäftigen. Ziel der seit Mai 2003 bestehenden Initiative
ist es, die Kontaktaufnahme und den gegenseitigen Informationsaustausch in diesem
Arbeitsfeld zu fördern. Die Seite ist übersichtlich, der Server ist
schnell, Interessierte können sich selbst in die Adreßdatenbank eintragen.
Das "Tübinger System von Textverarbeitungsprogrammen" enthält
ein Textsatzprogramm für Literatur- und Editionswissenschaftler, das gerade im
professionellen Bereich (Universitäten, Verlage) verbreitet ist und unter verschiedenen
Betriebssystemen läuft. Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage
der "International Tustep User Group (ITUG)".
Das Satzprogramm TEX ist vor allem unter Mathematikern beliebt, aufgrund
seiner vielfältigen Möglichkeiten aber auch für Literaturwissenschaftler von Interesse.
Nähere Infos und Download der kostenlosen Programmversionen bei der "Deutschsprachigen
Anwendervereinigung TeX" e.V. (Dante).
Speziell für kritische Editionen geeignet sind der "Critical
Edition Typesetter" von B. Karasch, daneben auch der "Classical
Text Editor" von S. Hagel oder das TEX-Derivat "Edmac".
Für genauere Informationen zu diesen Programmen klicken Sie auf die jeweiligen
Links.
Neben kommerziellen Programmen wie etwa Liman
Pro oder Endnote ist auf LiteRat hinzuweisen, eine kostenlose Literaturverwaltung
unter Windows, die von der Düsseldorfer "Informationsstelle Erziehungswissenschaft"
speziell für wissenschaftliche Zwecke konzipiert wurde.