Die von Loriot entdeckte Steinlaus tauchte erstmals in der Ausgabe
des "Pschyrembels"
von 1983 auf. Später glaubten die Herausgeber, auf sie verzichten zu können,
sahen sich jedoch nach massiven Leserprotesten zur Revocatio gezwungen: Seit 1997
erscheint das possierliche Tierchen wieder mit Farbabbildung in den Ausgaben
des medizinischen Standardwerks. Das Aussterben der Steinlaus, über das viel
spekuliert wurde, gilt als widerlegt, seitdem
Dr. Florian Seifferts Studie die Verbreitung des possierlichen Tierchens in
wissenschaftlichen Bibliotheken nachweisen konnte [PDF]. Über die Sichtung
einer (!) Steinlaus am Stefansdom berichtet die Wiener
Zeitung. Als T-Shirt-Aufdruck ist die Steinlaus in der "Wuppertaler Herrenboutique"
auf www.loriot.de erhältlich.
Hier lassen sich auch eMail-Grußkarten mit dem zahnbewehrten Tierchen versenden.
Die aktuelle psychologische wie auch nicht-psychologische Forschung
an der Univ. Bonn beschäftigt sich nunmehr auch mit dieser Species und kommt zu
erstaunlichen Ergebnissen. Vieldiskutiert sind die Thesen über das "Implizites
Gedächtnis bei Gummibärchen". Gerade für Linguisten sind die
Forschungen zu "Sprachliche Varietäten bei Gummibären" von
Interesse, Kulturwissenschaftler werden die Verhandlung von "Nähe und
Distanz bei Gummibärchen" zu schätzen wissen. Was fehlt, ist die
Erörterung über Siegfrieds Gummibärchenjagd im Odenwald ...
Der so lange verschwiegene Bach-Sohn, auf den der Musikwissenschaftler
Prof. Peter Schickele in der berühmten P.D.Q.-Bach Biographie "Ein Leben
gegen die Musik" aufmerksam machte, ging nun auch in das Standardlexikon
der Musikgeschichte [MGG] ein.
Daß Fußball eine neuzeitliche Erfindung ist, widerlegt ein (inzwischen
zu einiger Berühmtheit gelangter) Artikel im "Neuen Pauly" (zumindest
in der ersten Auflage), dem neuen Standardlexikon der Klassischen Altertumswissenschaften.
Wußten Sie, daß die ps.-ciceronianische Schrift "De viris illustribus"
ein Vorläufer von "Kicker" / "Sportbild" war?
Die Entdeckung der Naslinge geht auf eine (in Neuauflage erhältliche)
Studie von Prof. Dr. H. Stümpe zurück, die heute zu den Klassikern der Wissenschaftsparodie
zählt. Sekundärliteratur: Karl Geeste: Stümpke's Rhinogradentia: Versuch einer
Analyse, 1987.
Sind Sie auch immer hochbegeistert, wenn Sie in literaturwissenschaftlichen
Abhandlungen Sätze lesen dürfen wie: »Die nachweisbar elaborierte
Konstruktion der Fiktion, die man getrost als qualitativ hochwertig prädikatieren
kann, begründet die propädeutische Annahme, daß das narrative
Geschick des Autors auch den übrigen Teilen des Textes eingeschrieben ist.«
In seinem »Schofel-Archiv« sammelt Christian Wagenknecht, Germanistikprofessor
in Göttingen, nicht nur Spezimina solcher verbalen Schaumschlägerei,
sondern auch stilistische Mißgriffe und schwach gedachte Sätze. Davon
gibt es offenkundig reichlich ...
Der gelernte "Schneidermeister ade" aus Morbach im Hunsrück
(RheinlandPfalz), seit 1979 Mitglied der SPD-Fraktion, wird oft als Gespenst
des Deutschen Bundestags bezeichnet, da ihn bisher noch niemand persönlich
kennengelernt hat: Auf den Parlamentssitzungen glänzt Mierscheid durch permanente
Abwesenheit. Politisch freilich ist er überaus aktiv: Von ihm stammt etwa
das sog. "MierscheidGesetz", das den engen Zusammenhang
des Stimmanteils der SPD mit dem Index der deutschen Rohstahlproduktion der alten
Länder gemessen in Millionen Tonnen im jeweiligen Jahr der
Bundestagswahl erklärt. "Wegweisend" ist seine Arbeit über
die Ökologischen Kenndaten zum FCKW- Ersatzstoff R 134a, die 1993 als Beitrag
zum 3. Hoechster Steinlaus-Symposium, XII (3), Frankfurt/M. erschien. Man
könnte nun denken, es handele sich um eine in Bierlaune erfundene Person:
Gleichwohl erschien 1998 die Biographie:
Jakob Mierscheid. Aus dem Leben eines Abgeordneten. Eine politische Holografie.
Hg. v. Dietrich Sperling, Friedhelm Wollner. Erhältlich bei Amazon.de
für 19.50 Euro.