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3. Der "Zwettler Erec"
Zum Zwettler Neufund gehören nicht nur die vermeintlichen Nibelungen-Fragmente,
sondern auch einige Schnipsel, die bereits Ziegler als deutsche Version des `Erec´-Romans
identifiziert hatte. Die Geschichte von Erec, einem Ritter der Tafelrunde, wird
erstmals im altfranzösischen Artusroman `Erec et Enide´ (um 1170) des
Chrétien de Troyes gestaltet. Dieser ist Grundlage des etwa um 1185 entstandenen
mittelhochdeutschen `Erec´-Romans Hartmanns von Aue. In seinem FAZ-Artikel
vom 16. April 2003 legt J. Heinzle überzeugend dar, daß auch die vermeintlichen
Nibelungen-Fragmente Text eines deutschen `Erec´-Romans überliefern,
und zwar offensichtlich nicht aus der bekannten Fassung, sondern aus einer abweichenden
deutschen Version, die sich stärker an Chrétien anzulehnen scheint.
Daß neben der bislang Hartmann zugeschriebenen Fassung, die (weitgehend
vollständig) nur das Ambraser Heldenbuch zu Beginn des 16. Jh.s überliefert,
eine weitere deutsche `Erec´-Fassung im 13. Jh. existierte, bezeugen die
bereits 1978 aufgefundenen Wolfenbütteler Fragmente. Zu klären bliebe
nun, wie die Zwettler Version sich zu dieser Wolfenbütteler `Erec´-Fassung
verhält.
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