Poetologische Reflexionen in der meisterlichen Lieddichtung des 14. und 15. Jahrhunderts. Untersuchung und Edition

Anabel Recker

(Univ. Hamburg)

Status: Dissertation, geplanter Abschluss: 2018

https://www.gwiss.uni-hamburg.de/einrichtungen/graduiertenschule/doktorandenkolleg-geisteswis

Die Verbünde der Meistersinger entwickeln im Verlauf des 16. Jahrhunderts Tabulaturen als Vorläufer explizit festgeschriebener Regeln des Dichtens. Für die vorangegangene Phase der Sangspruchtradition, die meisterliche Lieddichtung, sind entsprechende Regularien nicht nachweisbar. Ziel der Arbeit ist es, eine Poetik der meisterlichen Liedkunst des 14. und 15. Jahrhunderts implizit über die überlieferten Texte zu erschließen. Zu diesem Zweck wird ein Korpus von Baren aus der Zeit zwischen ca. 1350 und 1510 ediert. Die darin enthaltenen Lieder reflektieren über das Dichten, benutzen einschlägige Dichtungsmetaphorik oder verhandeln Ansätze einer reinstitutionalisierten Gesangspraxis. Die Analyse dieser Texte soll es ermöglichen, sangbare meisterliche Dichtung in ihrer Poetizität schärfer zu konturieren, besser zu durchdringen und auf anwendbare Kategorien und Begrifflichkeiten zu bringen.