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altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Dr. Walter Kofler
Institut: Vorchdorf (OÖ)
Thema: Edition: 'Ortnit' und 'Wolfdietrich' D. Kritische Ausgabe nach der Handschrift Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main, Ms. Carm. 2.
Status: Projekt
Abschluß: abgeschlossen
URL http://www.geocities.com/walter.kofler/
Info:

Mit einem Strophenbestand, der zwischen 2.573 (Hs. y) und 2.893 (Dr. H1) floatet, zählt 'Ortnit' / 'Wolfdietrich' D zu den umfangreichsten Texten der deutschen Spielmanns- und Heldendichtung (Zum Vergleich: Das 'Nibelungenlied' umfasst zwischen 2.316 [Hs. A] und 2.442 Strophen [Hs. k]). Von allen Textversionen (A, B, C, D, E) sind nur 'Ortnit' / 'Wolfdietrich' D und die davon abhängige Dramatisierung E (von Jacob Ayrer) vollständig erhalten - weisen also weder gravierende Tradierungsdefekte noch Verkürzun gen auf. Überliefert ist D in zehn Handschriften (15. Jh.) und sechs Drucken (1479-1590), die sich vier Fassungen zuordnen lassen: a (Hss. a, b, c, d, h), e (Hss. e, e2, f, g), y (Einzelhandschrift) und z (Drr. H1-H6).

Da die Fassungen y und z (auf Grund von durchgreifenden Überarbeitungen) einen sehr eigenständigen Text bieten, wurden sie auch in separaten Ausgaben ediert. Dagegen wurden die Primärfassungen a und e bei Editionsprojekten stets zusammengefasst, die Einzeltexte aber separat behandelt: Mone 1821 (Ausgabe nach 'Ortnit' a) und Holtzmann 1865 (Ausgabe nach 'Wolfdietrich' e). Erwähnt sei schließlich noch der Ausgabentorso von Amelung / Jänicke 1871-73 / 1968 (Teilausgabe nach 'Wolfdietrich' e).

'Wolfdietrich' e wird durch Holtzmanns Ausgabe vollständig erfasst; allerdings muss man noch den Abdruck von Handschrift e2 (Jacobs 1868) beiziehen. Von 'Ortnit' e wurden bislang nur Textproben (Dinkelacker 1972) und Lesarten (Mone 1821) ediert. Für 'Ortnit' / 'Wolfdietrich' a fehlte bislang eine kritische Edition. Mones Ausgabe basiert zwar auf Handschrift a, hat aber den gravierenden Nachteil, dass Handschrift b nicht berücksichtigt wurde. Und in die Editionen von Holtzmann und Amelung / Jänicke wurden zwar Lesarten der Fassung a übernommen, doch durchaus nicht konsequent.

Eigentlich existieren mit a und b zwei gleichrangige Handschriften der Fassung a. Sie entstanden ungefähr zur gleichen Zeit in der elsässischen Werkstatt von 1418 und weisen auch eine ähnliche Machart auf. Allerdings ist die Qualität der beiden Handschriften recht unterschiedlich. Während b kompetent gemacht wurde, wimmelt es in a nur so von Flüchtigkeitsfehlern. Nur selten werden Fehler ausgebessert; meist bleiben auch die unsinnigsten Lesarten stehen. So kam nur Handschrift b als Textgrundlage in Frage.

In der Hauptsache ist der gebotene Text ein getreuer Abdruck von Handschrift b. Dieses Vorgehen bedingt, dass keine Änderungen zur Beseitigung metrischer Unebenheiten oder 'sekundärer' Lesarten gemacht werden. Von Handschrift a werden in dieser Ausgabe alle von b abweichenden Lesarten vermerkt, um einen vollständigen Eindruck der Textgestalt von Handschrift a vermitteln zu können. Auch alle Lesarten von c, d, h sowie dem von Fassung a abhängigen Druck H1 anzuführen, wäre zum einen unmöglich, zum andern un nötig. Die Varianten dieser jüngeren Textzeugen sind derart umfangreich, dass ihre Auflistung jedes vernünftige Maß übersteigen würde. Zudem sind c (Kofler 1999), h (Crecelius 1876) und H1 (Keller 1866 / 1967; Heinzle 1981 / 1987) ohnehin schon vollständig ediert. Daher scheint es angebracht nur dort Lesarten dieser jüngeren Textzeugen anzuführen, wo b und a auseinandergehen oder eine der beiden Handschriften eine Textlücke aufweist.

Publikation: Erschienen unter dem Titel: Walter Kofler (Hg.): Ortnit und Wolfdietrich D. Kritischer Text nach Ms. Carm. 2 der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt am Main. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2001 – ISBN 3-7776-1129-8
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