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altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Prof. Dr. Monika Schausten
Institut: Universität Siegen
eMail: schausten@germanistik.uni-siegen.de
Thema: Polychrome Entwürfe höfischer Welten: Farben und ihre Semantiken in erzählender Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts
Status: Projekt
Abschluß: 12/2011
Info:

Ausgangspunkt des Projekts ist die Beobachtung, dass die höfische Erzählliteratur des 12. und 13. Jahrhunderts auffallend an einer dem Mittelalter ganz eigenen ‚Chromophilie’ partizipiert, deren Deutung und Bedeutung für die sich in den Texten manifestierenden Selbstdefinitionen und -repräsentationen feudaladeliger Gemeinschaften systematisch erarbeitet werden soll. Gerade im Rahmen der sehr intensiven Erforschung höfischer Literatur im medialen Kontext von Mündlichkeit und Schriftlichkeit steht die literarhistorische Analyse erzählter Farben in diesen Texten bislang noch völlig aus. Die an der Schnittstelle von Ikonographie und Skriptographie anzusiedelnde erzählte Polychromie soll des-halb Arbeiten zur Poetik der Visualität höfischer Literatur um einen zentralen Aspekt ergänzen. Neben Studien zu den poetischen und poetologischen Funktionen von Farbnennungen soll die Projektarbeit vor allem der spezifischen Historizität der Farbdeutung im Mittelalter gerecht werden, für deren nähere Erschließung die Aufarbeitung des theologischen Kontextes von Farbdeutungen unabdingbar ist. Denn Farbbezeichnungen stehen im theologisch-lateinischen Schrifttum des Mittelalters – anders als in der Neuzeit – selten als Abstraktum, sondern kennzeichnen nach dem allegorischen Verfahren von Schrift- und Weltauslegung stets als Eigenschaft ein Ding (res). Die heilsgeschichtliche Bedeutung dieser Eigenschaft gilt es zu ermitteln (Meier). Neben intensiven Textlektüren, die der sinnstiftenden Funktion von Farbsemantiken nachgehen und deren außerliterarische Kontexte erschließen sollen, wird deshalb die Auseinandersetzung mit den Rekursen höfischer Literatur auf den theologischen Farbdiskurs und auf die mit diesem in Zusammenhang stehende Lichttheologie für die geplanten Forschungsarbeiten zentral sein.

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