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altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Dr. Anja Becker
Institut: LMU München
eMail: Anja.Becker@lmu.de
Thema: Remetaphorisierungen. Der Heilige Geist in der deutschen Literatur des Mittelalters
Status: Habil
Abschluß: abgeschlossen
URL http://www.germanistik.uni-muenchen.de/personal/mediaevistik/wiss_mitarbeiter/becker/index.html
Info:

Die deutschen Heilig-Geist-Dichtungen des Mittelalters sind beinahe noch gänzlich unerforscht. Die Studie wird dieses bislang unbeachtete literarische Feld erstmals umfassend präsentieren und interpretativ erschließen. Auf Basis eines breit angelegten Korpus deutschsprachiger Schriften des religiösen Diskurses, mit Ausnahme der mystischen Sonderrede, aber unter Einbeziehung von großepischen Passagen, die sich an den Geist Gottes wenden (Prologe/Epiloge), werden Darstellungen und Inszenierungen der dritten Person der Trinität untersucht. Einschlägige Passagen der Bibelepik, Pfingstpredigten, didaktisch-paränetische Traktate und liturgische wie auch nicht-liturgische Gebete und Gesänge (Privatgebete, Dichtergebete, Gebetslyrik) aus dem Zeitraum vom 9. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts bilden den Gegenstand der Analysen. Neben den volkssprachlichen Dichtungen sind ebenfalls wichtige lateinische Bezugstexte (offenbarungsschriftlicher, exegetischer, theologischer, dogmatischer Natur) heranzuziehen und Praxen spiritualistischer Frömmigkeit im Mittelalter zu konturieren.

Unter dem Programmwort ‚Remetaphorisierung‘ wird ein genuin literaturwissenschaftliches Analy-severfahren vorgestellt, das eine Alternative zur im geistlichen Kontext immer noch dominanten Einflussforschung anbietet und das die untersuchten Dichtungen sowohl in ihrer poetischen Faktur als auch ihren performativen Potentialen hermeneutisch aufschließen hilft. Um den Heiligen Geist als abstrakteste trinitarische Person zu veranschaulichen, nutzten schon die Autoren der biblischen Schriften eingängige Metaphern (z. B. Windhauch, Feuerzungen, Tröster). Den Wiedergebrauch solch bekannter Metaphern in literarischen Texten verschiedenster Provenienz gilt es näher zu beschreiben. Auf einer durch einschlägige Positionen der Metapherntheorie abgesicherten Basis werden in den Textanalysen vielfältige Wirkdimensionen remetaphorisierender Verfahren herausgearbeitet, die gleichermaßen semantische, kognitive wie auch referentielle Effekte betreffen.

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