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altgermanistischer Forschungsprojekte


Name: Christiane Römer
Institut: Univ. Duisburg-Essen / BBAW
eMail: jroemer@bbaw.de
Thema: Exzerption und Kompilation. Untersuchungen zur Exzerptüberlieferung des Evangelienwerkes des Österreichischen Bibelübersetzers
Status: Diss
Abschluß: 2020
URL http://www.bbaw.de/forschung/bibeluebersetzer/uebersicht
Info:

Das Evangelienwerk des österreichischen Anonymus nimmt innerhalb der spätmittelalterlichen Bibelübersetzung eine wichtige Stellung ein, zum einen weil es sich um eine Übersetzung durch einen Laien für Lateinunkundige handelt, zum anderen weil die Textkonzeption kanonische Schriften mit Apokryphen und Legenden verbindet. Das Evangelienwerk ist in einer Erstfassung und in einer Bearbeitungsfassung repräsentiert und ist u.a. in 12 Exzerpthandschriften vertreten, sodass Exzerpte eine wichtige Tradierungsform innerhalb der Überlieferung darstellen.
Durch die Identifikation der Exzerpte und die Erschließung ihrer Kompilation mit anderen Texten trägt das Dissertationsprojekt zur Eruierung der Textgeschichte und Rekonstruktion des ursprünglichen Textes des Evangelienwerkes bei. Die Untersuchung arbeitet daher den tatsächlichen Charakter der Exzerpte heraus und zeigt, inwieweit sie bestimmten Fassungen zuzuordnen sind und ob sie durch die Kompilation verursachte Strategien der Modifikation aufweisen. Zudem öffnet die Untersuchung den Blick auf die Rezeption, indem sie den Gebrauchskontext der Exzerpte durch die Aufschlüsselung und Interpretation ihres Umfelds in den Sammelhandschriften veranschaulicht, und gibt Auskunft über die rezeptionsgeschichtliche Relevanz der Themen des Evangelienwerkes.
Das Dissertationsprojekt zielt entsprechend auf kodikologische, überlieferungsgeschichtliche, literaturhistorische und editionspraktische Aspekte und nimmt ein bisher weitestgehend ausgespartes Thema der Mediävistik zur Grundlage. Dabei setzt es sich mit neuen Entwicklungen der Editionsphilologie auseinander, indem es Grundfragen und Terminologien der Varianzforschung bzw. der Editionswissenschaft weiterentwickelt. Zudem bietet sie eine Konzeption zu Möglichkeiten und Nutzen der Visualisierung von Varianten in einer digitalen Edition.

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